Durch dennist — Veröffentlicht am 28. Oktober 2019

8 Tipps: So schützt man sein Telefon im Ausland vor Überwachungs-Apps

Touristen werden bei Reisen in das Ausland immer öfter und völlig unfreiwillig zu gläsernen Menschen. So zeigten zum Beispiel Untersuchungen der Süddeutschen Zeitung, dass Reisende in China durch spezielle Überwachungs-Apps ausspioniert werden. Ermöglicht wird dies durch die Installation eines entsprechenden Programms auf den Smartphones der Touristen. Doch wie können sich Menschen vor Überwachungsaktionen dieser Art zuverlässig schützen?

Mit diesen 8 Tipps können Nutzer ihr Smartphone zuverlässig vor Überwachungs-Apps schützen:

Tipp 1: Separates Gerät für Reisen ins Ausland nutzen

Wie bedrohlich eine Spionageaktion für den Nutzer letztendlich ist, hängt in der Praxis von der Menge und Art der gespeicherten Daten ab. Naturgemäß ist die Menge an sensiblen Daten vor allem bei Geräten sehr hoch, die im Alltag für private bzw. geschäftliche Zwecke genutzt werden. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich für Reisen in entsprechende Regionen ein separates Smartphone anzuschaffen. Bei Geräten dieser Art ist es auch deutlich weniger tragisch, wenn diese durch Behörden ausspioniert bzw. beschlagnahmt werden.

Tipp 2: Daten im Vorfeld sichern

In der jüngsten Vergangenheit ist es immer wieder vorgekommen, dass Reisende ihre Geräte an Landesgrenzen bzw. Flughäfen zwecks Überprüfung abgeben mussten. Zwar bekamen viele Touristen ihre Geräte anschließend wieder, jedoch gibt es auch Fälle, in denen das Smartphone beschlagnahmt wurde. Um sich hier vor einem vollständigen Verlust der Daten zu schützen, sollte unbedingt im Vorfeld eine Sicherheitskopie der eigenen Daten erstellt werden. Analog gilt dies natürlich auch für Tablets, Laptops und vergleichbare Geräte.

Tipp 3: Geräte mit starken Passwörtern sichern

Biometrische Zugangssperren wie zum Beispiel Fingerabdrücke oder Irisscanner sind zwar äußerst praktisch, aus sicherheitstechnischer Sicht weisen Sperren dieser Art allerdings gravierende Mängel auf. Deutlich sicherer sind hier starke Passwörter, die aus verschiedensten Buchstaben-, Zahlen- und Sonderzeichen zusammengesetzt sind.

Tipp 4: Daten vom eigenen Gerät löschen

Ist es dem Reisenden nicht möglich, mit einem anderen Gerät zu verreisen, so sollten möglichst alle Daten vom eigenen Smartphone gelöscht werden. Dies gilt nicht nur für gespeicherte Nachrichten und Kontakte, sondern ebenfalls für Browserverläufe und ähnliche Daten. Selbstverständlich sollten die Daten im Vorfeld gemäß Tipp 2 gesichert werden.

Tipp 5: Daten auf externe Quellen auslagern

Wer auch im Ausland nicht auf sensible Daten verzichten kann, sollte diese vor Reiseantritt auf externe Quellen wie beispielsweise USB-Sticks oder einen Cloud-Speicher auslagern. Auf diese Weise ist es möglich, sensible Daten vom Gerät zu löschen und diese im Laufe des Auslandsaufenthalts wiederzuerlangen. Für den Download der Daten aus dem Internet lassen sich im Ausland wie etwa den Vereinigten Staaten zum Beispiel USA Prepaid-SIM-Karten nutzen.

Tipp 6: Nicht auf versteckte Daten vertrauen

Viele Geräte und Apps bieten die Funktion, Daten gezielt zu verstecken. Verstecke dieser Art mögen auf den ersten Blick zwar äußerst komfortabel erscheinen, sicher sind sie allerdings nicht. So benötigen Grenzbeamte und andere Regierungsbeauftragte in der Regel nur wenige Minuten, um die versteckten Daten wieder sichtbar zu machen. Auch versteckte Partitionen auf Computern werden von den Beamten schnell gefunden.

Tipp 7: Die eigenen Daten verschlüsseln

Deutlich effektiver als das Verstecken von Daten ist das Verschlüsseln selbiger. Hierbei werden die Daten durch spezielle Software wie Veracrypt, Bitlocker oder Filevault vor Fremdzugriffen geschützt. Während Android-Nutzer diese Funktion manuell aktivieren müssen, funktioniert das Verschlüsseln bei iPhones bequem über das Passwort.

Tipp 8: Nachträgliches Absichern der Geräte

Trotz aller Vorsichtmaßnahmen kann es immer vorkommen, dass das eigene Gerät durch ausländische Regierungen ausspioniert wird. Wer eine Spionageattacke auf sein Smartphone vermutet, sollte deshalb nach dem Auslandsaufenthalt sämtliche Passwörter ändern. Weiterhin kann es sinnvoll sein, das Gerät auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen, um etwaige Spionagesoftware zu entfernen.

Das Fazit

Wie sich zeigt, ist die Gefahr durch Spionage-Apps bei Auslandsreisen ein ernstzunehmendes Problem geworden. Aus diesem Grund sollten Nutzer entsprechende Vorkehrungen treffen und die Gefahr keineswegs auf die leichte Schulter nehmen.